Coolspot im Cooling-Park Mariahilf

Der Coolspot bildet das Herzstück des ersten Wiener Cooling-Parks, dem Esterhazypark beim Haus des Meeres. Wasser in unterschiedlichen Formen, als Nebel, Wasservorhang und Wasserspiel sorgen für Kühlung, Spiel und Erholung. Neben dem Coolspot sorgen zwei Klimabäume, ebenfalls mit Nebeldüsen und Verschattung versehen, für weitere Abkühlung und skalieren das Coolspotprinzip auf den Park. Der Altbaumbestand wird durch neue Bäume ergänzt, bestehende Betonflächen wurden abgebrochen, ein spezielles Pflaster mit Rasenfuge sorgt für noch mehr Grün, wenig Versieglung und lässt trotzdem einen hohen NutzerInnendruck zu. Artenreiche Staudenbeete und viele Sitzelemente runden das Angebot ab.

 

Struktur

 

Die Grundstruktur des Coolspots besteht aus drei Stahlringen in unterschiedlichen Durchmessern und auf verschiedenen Niveaus montiert. Auch die Pflanztröge sind aus Stahl gefertigt und fügen sich so gut in die restliche Parkgestaltung ein.

 

Hochdrucknebeltechnik

 

Die Nebeldüsen werden mit einer Hochdruckpumpe betrieben. Diese erzeugt feinsten Nebel aus aufbereitetem Trinkwasser, welches durch Düsen mittels Hochdruck von bis zu 100 bar zerstäubt wird. Die Hochdruckpumpen können in der Drehzahl, und damit bezüglich Druck und Fördermenge, gesteuert werden. Durch diese Technik wird der Wasserverbrauch stark reduziert und ein Feuchtigkeitsgefühl wird weitgehend vermieden. Bei 70 bar entstehen dabei Wasserpartikel in der Größe von nur 5 Mikrometern, wodurch es zu einer nahezu sofortigen Verdampfung kommt. Dieser Prozess entzieht der Luft Wärem die  Umgebungstemperatur wird gesenkt.

 

Dieser Vorgang ist mit der Transpiration von Pflanzen sowie dem menschlichen Schwitzen vergleichbar und stellt eine sehr effiziente und Wassersparende Art der Kühlung dar. Die Verdunstungsleistung einer Nebeldüse liegt bei rund einem Liter pro Stunden.

 

Die Verdunstungsleistung einer Nebeldüse liegt bei rund einem Liter pro Stunden. Somit werden an einem sehr heißen Sommertag rund 14 Liter Wasser pro Stunden, bzw. 150 Liter am Tag verdunstet. Aufgrund der sehr feinen Wasserpartikel und der daraus resultierenden großen Oberfläche stellt sich trotz des sehr geringen Wasserbedarfs eine beachtliche Kühlung ein. 

 

Durch sensorgestützte Steuerung inkl. Bewegungserkennung, Temperatursensoren und Luftfeuchtesensoren kann die Verdunstungsleistung im Coolspot an die Witterung und an die Personen im Coolspot angepasst werden. Das spart Energie und Wasser. 

 

Beschattung

 

Gemeinsam mit einer österreichischen Firma wird im Moment eine Lamellenartige, textile Beschattung entwickelt. Diese bewegt sich im Wind und ermöglicht unterschiedliche Lichtsituationen. Darüber hinaus bleibt die Sicht zum Himmel je nach Perspektive erhalten. Regenwasser kann ungehindert die Pflanzen im Coolspot erreichen und von ihnen aufgenommen werden.

 

Über die Jahre sollen die Kletterpflanzen die beschattende Funktion des Textils Teilweise übernehmen. Je nach Wüchsigkeit und Schattenwirkung können bei Bedarf einzelne Textilbahnen entnommen werden, um ein ungehindertes Wachstum zu ermöglichen. 

 

Pflanzen

 

Unterschiedliche Kletterpflanzen werden den Coolspot über die Jahre in ein grünes Kleid hüllen. Diese wachsen in Trögen, welche über einen Bodenanschluss verfügen. Hierdurch können die Pflanzen den natürlichen Boden durchwurzeln und mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Die Tröge werden zusätzlich mit einer Stauden- und Gräsermischung bepflanzt. Diese wurde gemeinsam mit der Magistratsabteilung 42, Wiener Stadtgärten, für den Standort entwickelt. 

 

Esterhazypark, 1060 Wien (Cooling-Park Mariahilf)

Zentral gelegen im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf stellt der Esterházypark eine der flächenmäßig größten (rund 10.600 m²), öffentlich zugänglichen Grün- und Freiflächen im Bezirk und den umliegenden Bereichen dar (vgl. Stadt Wien). Architektonisches Erkennungsmerkmal des Parks ist zweifelsohne der Flakturm. Einst als Leitturm (als Ergänzung zum Gefechtsturm in der nahegelegenen Stiftskaserne) während dem Zweiten Weltkrieg erbaut, dient er heute als Zoo und Museum (Haus des Meeres und Flakturmmuseum), Kletterwand und Kunstobjekt.

 

Der Park wird gesäumt von zahlreichen Bäumen, die im dicht bebauten innerstädtischen Bereich wertvolle mikroklimatische Effekte leisten: Verdunstungskühlung durch Evapotranspiration, Schattenbildung, Erholungsräume, Staubbindung etc. Die Schattenbildung ist dabei für die Nutzung der Spiel- und Sportplätze, Hundespielplatz, Verweilmöglichkeiten und den Vorplatz des Haus des Meeres, welches als Planungsgebiet des Projekts dient, von besonderer Bedeutung.

 

Der Park fügt sich in die nach Süden leicht abfallende Umgebung insofern ein, dass visuell merkliche Höhenunterschiede von bis zu drei Metern zum vorgelagerten Fritz-Grünbaum-Platz entstehen. Über mehrere Stiegen und Rampen ist der Zugang zum Park möglich und wird so in die Umgebung eingegliedert. Für Personen in Rollstühlen, Personen, die mit Kinderwägen und weiteren mobilitätsunterstützenden Geräten unterwegs sind, ist der barrierefreie Zugang über die Schadekgasse und die Gumpendorferstraße möglich. Zur Gumpendorfer Straße hin bleibt der Niveausprung durch eine Mauer vermerkbar, welche künstlerisch das Haus des Meeres ankündigt (Wandbemalung) und von vier barocken und denkmalgeschützten Steinfiguren geziert wird.

 

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